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Kuhmilchallergie - was ist das eigentlich?

Eine Kuhmilchallergie ist eine allergische Reaktion auf die Eiweiße in der Milch oder in Milchprodukten. Studien haben gezeigt, dass in etwa 3 – 5 % aller Neugeborenen betroffen sein können. Die Anzeichen für eine Allergie sind sehr unterschiedlich, vor allem auch was Symptome und Schweregrad betrifft und bei jedem Kind etwas anders.

Die Reaktionen können direkt nach der Milchaufnahme auftreten oder auch erst Tage später. Bei der Kuhmilchallergie können verschiedene Organsysteme wie Haut, Magen-Darm Trakt oder die Atemwege betroffen sein, dieser Umstand erschwert auch die Diagnose durch den behandelnden Arzt. Unter einer Nahrungsmittelallergie leiden bis zu 7,5% aller Säuglinge und Kleinkinder, wobei die Kuhmilchallergie bei den Kleinen am häufigsten auftritt. Allerdings ist die Prognose sehr gut, die meisten Kinder verlieren ihre Nahrungsmittelallergie innerhalb der ersten drei Lebensjahre wieder. Derzeit sind für die alimentäre Allergietherapie einige Säuglingsmilchnahrungen erhältlich, die eine große Hilfe für die Therapie und Heilung betroffener Kinder und Eltern bieten.

Was ist eine Allergie?
Jeder Mensch verfügt über ein körpereigenes Abwehrsystem, auch Immunsystem genannt. Es schützt uns vor Viren und Bakterien, die uns ansonsten krank machen würden. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem ungewollt „falsch“: Es bekämpft Stoffe, meist Proteinbestandteile, die eigentlich harmlos sind. Hierzu kann z.B. das Eiweiß in der Kuhmilch gehören. Diese Eiweiße werden auch Allergene genannt.
Die Symptome der Kuhmilchallergie sind sehr vielfältig und nicht immer gleich einer Allergie zuzuordnen. Oft werden sie mit typischen Anpassungsproblemen von Babys oder auch mit der Milchzuckerunverträglichkeit verwechselt. Letztere ist bei Babys allerdings sehr selten.
Da die Symptome der Kuhmilchallergie so vielfältig sind und es keinen eindeutigen Test gibt, dauert es daher leider oft sehr lange bis die Eltern wissen, worunter ihr Baby leidet. Eine schnelle Diagnose und Behandlung der Allergie durch den Kinderarzt ist jedoch ganz wichtig, einerseits um das Leid der Kinder zu beseitigen und ihnen andererseits auch ein gesundes Wachstum zu ermöglichen.
Bei Säuglingen und kleinen Kindern kommen Allergien auf Nahrungsmittel besonders häufig vor, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Von der Kuhmilchallergie sind deshalb relativ viele Babys betroffen, weil Kuhmilch oder Produkte aus Kuhmilch (wie beispielsweise Säuglingsmilchnahrungen) oft das erste Lebensmittel sind, mit dem die Kleinen in Kontakt kommen. Während der erste Verzehr eines Nahrungsmitteleiweißes keine Symptome verursacht, kann bereits beim zweiten Mal eine allergische Reaktion ausgelöst werden. Manchmal entwickelt sich eine Allergie aber auch erst nach Wochen oder Monaten.

Nahrungsmittel, die erfahrungsgemäß häufiger bei Kindern zu Allergien führen:
  • Kuhmilch
  • Soja (-milch)
  • Ei
  • Weizen
  • Nüsse
  • Fisch
Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel können unterschiedlich schnell nach Verzehr des Nahrungsmittels auftreten. Manche Reaktionen zeigen sich sehr schnell, beispielsweise schwere Atemprobleme, Erbrechen und Bauchweh und meist auch bereits nach einer geringen Menge (z.B. Milchspuren im Gebäck). Andere Reaktionen wie Hautausschlag oder Durchfall treten dagegen erst mit einer Verzögerung von bis zu 48 - 72 Stunden auf oder zeigen sich erst nach der Einnahme einer größeren Nahrungsmenge (z.B. einem Glas Milch).
Übrigens: Obwohl Muttermilch die beste Ernährung für Babys ist, kann es tatsächlich vorkommen, dass Babys schon während des Stillens eine Kuhmilchallergie entwickeln. Nimmt die Mutter Kuhmilchprodukte zu sich, so werden kleine Mengen der Kuhmilcheiweiße über die Muttermilch übertragen. Manche Babys reagieren bereits bei diesen geringen Mengen.





Hat mein Baby ein Allergierisiko?

Kinder, deren Eltern oder Geschwister unter einer Allergie leiden tragen ein höheres Risiko eine Allergie zu entwickeln. Diese Kinder sollten zur Vorbeugung (Prävention) gestillt werden oder eine allergenarme, sogenannte hypoallergene Nahrung (H.A. Nahrung) bekommen. Kinder bei denen der Verdacht auf eine Kuhmilchallergie besteht, benötigen eine Spezialnahrung. Hier sind H.A. Nahrungen nicht geeignet.

Was tun, wenn bei meinem Baby der Verdacht auf eine Kuhmilchallergie besteht?
Bei Verdacht auf eine Kuhmilchallergie ist der wichtigste Ansprechpartner der Kinderarzt. Er kennt Ihr Kind am besten und kann eine gezielte Diagnose vornehmen. Vorbereitend können Sie selbst einen ersten Test auf eine Allergie machen und diesen zum nächsten Kinderarzttermin mitnehmen. Schreiben Sie bitte auch genau auf, welche Symptome bei Ihrem Kind wann aufgetreten sind und wie Ihr Baby ernährt wird. Dies sind wichtige Anhaltspunkte für eine Diagnosestellung.